Montag, 27. Mai 2013

Von Ende März bis Ende Oktober legen wir regelmäßig zu Nachtfahrten durch den Hamburger Hafen ab. Leinen los heißt es in der Billwerder Bucht, nahe den Norder-Elbbrücken.
"Leinen los!" in der Billwerder Bucht
Gleich heißt es "Leinen Los!" mit der MERIDIAN II in der Billwerder Bucht.
Die Crew unserer 6,5m langen MERIDIAN II besteht dabei aus maximal 5 Teilnehmern und dem Schiffsführer. Gleich nach dem Ablegen durchfahren wir das modern-futuristisch anmutende Sperrwerk "Billwerder Bucht" mit seinen in zwei Reihen angeordneten riesigen Toren, die waagerecht über uns schweben und nur bei Sturmflut abgesenkt werden. Dadurch ist die Billwerder Bucht sturmflutsicher.
Gleich hinter dem Sperrwerk erstreckt sich nun die Norderelbe vor uns. "Links rum nach Dresden, rechts zur Hafencity!" lautet die anstehende Frage. Wir halten uns elbabwärts Richtung Norder-Elbbrücken, Kurs Hafencity und Reiherstieg. Auf den Fahrten müssen wir die Tide, also die Gezeiten beachten. Bei Hochwasser können wir nämlich durch den Peutekanal, unter dem S-Bahnhof VEDDEL hindurch in den Spreehafen fahren und gelangen dann ebenfalls in den Reiherstieg.
Der Spreehafen hat auf der Wilhelmsburger Seite viele Liegestellen, an denen Hausboote in unterschiedlichen Zuständen liegen, von der schwimmenden Villa bis zum Wrack ist alles dabei.
Der Reiherstieg zweigt gegenüber der Elbphilharmonie von der Norderelbe ab und verbindet somit die Speicherstadt im Norden mit dem Harburger Binnenhafen im Süden. Bei der Argentinienbrücke, einer festen Straßenbrücke über den Reiherstieg, befindet sich die Ellerholz-Schleuse. Durch diese automatisierte Schleuse fahren wir zur Zeit auf unseren Nachtfahrten. In der Schleuse verändert sich der Wasserstand nicht. Die Schleuse verhindert den Wasseraustausch zwischen zwei Hafenbereichen und beruhigt damit den Strom. Da sich der Wasserstand nicht verändert wird in der Schleusenkammer auch nicht fest gemacht, wir fahren hinein, das Tor hinter uns schließt sich und das andere Tor vor uns öffnet sich (hoffentlich) für die Weiterfahrt.
Schiffsverkehr
Schiffsverkehr

Begegnung oder Kollision?
Kollision?
Über den Roßhafen, vorbei an riesigen Schrottbergen die hier umgeschlagen werden, und den Roßkanal gelangen wir in den Köhlbrand, genau unterhalb der Köhlbrandbrücke. An Backbord (links rum) liegt der Containerterminal Altenwerder und bildet eine großartige Kulisse für unsere Beobachtung. Im Köhlbrand gib es befeuerte (beleuchtete) Tonnen und mehrere Richtfeuer. Wenn die Verkehrslage es ermöglicht, navigieren wir nach den Richtfeuern. Dann nehmen wir Kurs Richtung "Altona" und haben riesige Eier an Steuerbord (rechts), die Faultürme der Stadtentwässerung (keine Sorge, die riechen nicht!).
Im Moment wird die Rugenberger Schleuse saniert und ist für die Durchfahrt gesperrt. Sie befindet sich unterhalb der Köhlbrandbrücke und ermöglicht die Durchfahrt in den Waltershofer Hafen zu den großen Containerschiffen.
Wenn wir gegenüber vom Elbanleger "Docklands" wieder die Norderelbe erreichen, legen wir Ruder Steuerbord (rechts rum) fahren Kurs Fischmarkt die Elbe wieder aufwärts. An Steuerbord haben wir zunächst den Containerterminal Tollerort. Danach queren wir den Vorhafen und passieren dann die Schwimmdocks von der Werft Bohm und Voss.
Ab Backbord haben wir die Landungsbrücken und das Lichtermeer der Stadt. Meist machen wir noch einen kurzen Schlenker zum City-Sportboothafen und kreuzen am majestätischen Bug der Cap San Diego vorbei.
Weiter elbaufwärts, vorbei am Kreuzfahrtterminal lassen wir die Lichter der Stadt achteraus (hinter uns) und steuern in die Dunkelheit der Norderelbe, zurück zum Liegeplatz in der Billwerder Bucht!
Die MERIDIAN II ist mit einer UKW-Funkanlage ausgerüstet, so können wir während der Fahrt den Hafenfunk auf Kanal 74 abhören. Die großen Schiffe geben Standortmeldungen ab und wir bekommen einen Überblick über die Verkehrslage. Selbstverständlich können auch wir andere Schiffe anrufen und z.B. mit den Lotsen Begegnungen absprechen.
Bagger
Schaufelbagger ODIN, die Bedeutung der Lichter und Signalkörper lernt man an Bord.
Unsere Nachtfahrten sind mit einer Dauer von etwa zweieinhalb Stunden geplant. Jedoch kann das variieren. Bei günstiger Tide, also wenn der Strom in unsere Richtung setzt, geht es auch mal schneller, bei Strom gegenan, Wartezeit an der Schleuse und manchmal auch durch viel Schiffsverkehr kann es bis zu dreieinhalb Stunden dauern, bis wir am Liegeplatz wieder fest sind (Keine Angst, das kostet keinen Zuschlag!)
Übrigens ist die Nachtfahrt eine super Ergänzung, um die in der Theorie gelernten Lichter und Signalkörper, Fahr- und Ausweichregeln, Tonnen und Leuchtfeuer auch einmal in der Praxis auf dem Wasser zu erleben.
Häufig wird unsere Nachtfahrt auch von Teilnehmern genutzt, um Familienangehörige, Freunde, Arbeitskollegen und Bekannte aufs Wasser zu bringen. Auch Mitfahrer ohne Vorkenntnisse dürfen auf den Nachtfahrten ans Ruder!
Aktuelle Termine und die Anmeldung ist unter www.yachtschule-meridian.de möglich.
Herzlich Willkommen an Bord!

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